Auf einen Blick
Über den ausgefüllten Aufnahmeantrag, der gern per Mail an das Sekretariat geschickt werden kann. Schulanfänger*innen werden dann im Vorschuljahr zum Infoelternabend (im November) und den Einschulungsuntersuchungen (vor den Winterferien) eingeladen. Ab März gibt es 14-tägige Vorschulstunden, bei denen sich die künftigen Erstklässler*innen kennenlernen und auch die Eltern einen besseren Eindruck von unserer Schule gewinnen können.
Quereinsteiger*innen werden ebenfalls über den Aufnahmeantrag angemeldet. Es wird dann ggf. mit der Klassenlehrkraft individuell eine Hospitationswoche vereinbart, in der das interessierte Kind den Unterricht kennenlernen kann. Danach wird über dessen Aufnahme entschieden.
Es gibt keine speziellen Kriterien, die erfüllt sein müssen, außer dass der Wohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern liegen muss.
Ansonsten werden folgende Gesichtspunkte bei der Aufnahme berücksichtigt: Geschwisterkinder, die bereits unsere Schule besuchen, Schulreife, eine ggf. erfolgte Rückstellung vom Vorjahr, personelle und räumliche Kapazitäten für die Aufnahme von Förderbedarfskindern, ausgewogenes Verhältnis von Mädchen und Jungen.
Abhängig von den Raumgrößen können i.d.R. maximal 24 Kinder pro Klasse unterrichtet werden. Die meisten unserer Klassen erreichen diese Zahl auch, sodass wir Wartelisten führen.
Es handelt sich hierbei immer um Doppelklassen, die zusammen aufsteigen. Beispielsweise wird eine Klasse 2/3 im folgenden Schuljahr zur Klasse 3/4. Gleichzeitig ergibt sich aus diesem Konzept, dass es zu Beginn und zum Ende der hiesigen Schullaufbahn halbe Klassen geben kann (Kl. 1 / Kl. 8).
Zu betonen ist, dass aufgrund unseres besonderen Konzepts der Handlungspädagogik im Lauf des Schultags oft auch mehrere kleinere Arbeitsgruppen gebildet werden, insbesondere ab der Mittelstufe.
Wir sind eine anerkannte Waldorfschule, die sich zudem das Spezialgebiet „Handlungspädagogik“ auf die Fahne geschrieben hat. Wir setzen also nicht nur auf klassische Elemente des Waldorflehrplans wie eine lange Klassenlehrer*innenzeit, Epochenunterricht statt eng getakteter Fachstunden, oder Spezialfächer wie z.B. Formenzeichnen, Handarbeit und Eurythmie. Sondern wir integrieren darüber hinaus auch reale praktische Arbeit in unseren Schulalltag und damit auch in den Epochenunterricht.
Anhand echter Arbeitszusammenhänge, z.B. in der biologischen Landwirtschaft oder im Keramik- oder Textilgewerbe lernen Schüler*innen, warum es wirklich Sinn macht, gut lesen, schreiben und
rechnen zu können und wie alles in der Welt miteinander verknüpft ist. Denn kein Wissen der Welt wurde jemals dafür gemacht, irgendwann einmal ein isoliertes „Schulfach“ zu werden.
Wie bereits ausgeführt, arbeiten wir mit Doppelklassen und unterrichten durchgehend (ohne Sitzenbleiben) bis zur 8. Jahrgangsstufe. Jede Klasse soll sich als Gemeinschaft verstehen, auch wenn es lernzieldifferenzierten Unterricht gibt.
Statt Tests mit Noten gibt es ausführliche Textzeugnisse.
Abhängig von den Ressourcen der Schule sind wir offen für alle Förderbedarfe (aktuell ist die Schule jedoch nicht barrierefrei).
Auf Grundlage eines Kooperationsvertrages mit der Waldorfschule Schwerin besteht für Schüler*innen, die unsere Schule ab Klasse 1 besuchen, grundsätzlich die Möglichkeit, die weiterführenden Jahrgangstufen in Schwerin zu absolvieren. Dort können die Kinder die Mittlere Reife nach der 12. und das Abitur nach der 13. Klasse erwerben.
Alle Freien Schulen in Mecklenburg-Vorpommern erhalten vom Land Finanzhilfen in Höhe von 85 % der Schüler*innenkostensätze an staatlichen Schulen.
Die entstehende Finanzlücke von 15% müssen wir mit Elterngeldern schließen, die aktuell bei rund 152 € liegt. Geschwisterkinder zahlen einen gestaffelten Ermäßigungsbeitrag.
Nach dem Prinzip der Solidarität zahlen einige Elternhäuser freiwillig einen höheren Beitrag, um so den Schulbesuch auch für finanzschwächere Familien zu ermöglichen; diese können einen Ermäßigungsantrag stellen.
Mit einem Baugeld trägt jedes Elternhaus darüber hinaus zum Ausbau der Schule und der Baukredit-Tilgung bei. Die Höhe des Baugelds (Richtwert 55 €/Monat) wird in einer jährlichen Bieterrunde ebenfalls solidarisch festgelegt.
Das Essensgeld (Frühstück+Mittag) ist als fester Monatsbeitrag kalkuliert und beträgt 105 € / Monat (mit Vesper für Hortkinder: 115 €).
Für Unterrichtsmaterialien, die von der Schule gestellt werden (Epochenhefte, Stifte etc.), zahlen die Eltern 1x/Schuljahr eine Materialpauschale von 34,50 €.
Jede Klasse verfügt über eine Klassenkasse, auf die meist halbjärlich eine klassenweise vereinbarte Summe eingezahlt wird, um Sonderausgaben, wie z.B. Tagesausflüge, zu finanzieren.
Sonstige Aktivitäten (Schwimmkurs, Klassenfahrt, Instrumentenkarussel oder -kauf) sind gesondert zu bezahlen und lassen sich ggf. durch Bildung und Teilhabe fördern.
Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln sind Inhalt der Handlungspädagogik. Deshalb gehört das gemeinsame Frühstück, Mittagessen und z.T. die Vesper zum pädagogischen Konzept. Wir leisten uns eine eigene Küche samt Köche und damit täglich vegetarische, vollwertige und abwechslungsreiche Mahlzeiten. Die Lebensmittel stammen dabei zu 99 % aus saisonalem, ökologischem Landbau, oft auch aus regionaler Produktion. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Bio-Gärtnerhof in Kahlenberg gelangen auch selbstgeerntete Produkte auf den Tisch.
Der sanfte Übergang vom Kindergarten zur Schule hat für die Eltern neben dem Begleiten vor allem auch mit dem Loslassen zu tun. Nach einer Übergangsphase ist es daher hilfreich, das Kind nicht mehr bis ins Klassenzimmer zu bringen, sondern seine zunehmende Selbständigkeit anzuerkennen.
Dennoch ist ein aufrichtiges Interesse an den Schultagserlebnissen des eigenes Kindes in der Schule, selbstredend über die ganze Schulzeit hinweg, essentiell. Dabei unterstützen auch regelmäßige Elternabende, Lehrer*innen-Elterngespräche, das wöchentliche Gemeinschaftscafé in Kahlenberg in der warmen Jahreszeit, jährlich wiederkehrende Ereignisse wie Einschulungsfeier, Apfelfest, Adventsmarkt etc., Arbeitseinsätze und andere aufkommende Termine, wo Schüler*innen, Lehrkräfte und Eltern gemeinsam auftreten.
Denn trotz aller professionell gebotenen Distanz sind wir genau das: Eine Gemeinschaft. Und die Kinder sollen nicht das Gefühl haben, einfach an der Schule „abgegeben“ zu werden.
Was wir, das gesamte Schulteam – von Hausmeisterei über Horterzieher*innen bishin zu den Lehrkräften – für diese Art der Zusammenarbeit von den Eltern brauchen, ist eine große Portion Vertrauensvorschuss!
Idealerweise entscheiden sich unsere Elternhäuser bewusst für die Waldorfpädagogik und haben neben dem eigenen Kind vielleicht auch andere Kinder der Klasse im Blick. Sie sind bereit für viele echte Begegnungen und wissen, dass im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit das Wohl des Kindes, nicht jedoch die Erfüllung der persönlichen Bedürfnisse als Eltern, steht. Unsere Eltern ergreifen idealerweise ihre Erziehungsrolle aktiv, suchen die direkte Kommunikation mit der Lehrkraft, anstatt lediglich über das Kind als Vermittlungsweg zu gehen, und lassen gleichzeitig wohlwollend die Lehrer*innen ihre Arbeit machen.
Denn wir haben immer ein großes gemeinsames Ziel: Gemeinsam mit den Eltern das Kind bestmöglich bei seiner Entwicklung zur Seite zu stehen.
Dazu ist es auch wichtig, jederzeit um die Gesamtsituation des Kindes zu wissen. Nur, wenn wir das große Ganze im Blick haben, können wir dem entsprechenden Kind eine angemessene Lernumgebung ermöglichen – weil wir wissen, in welcher körperlich-seelischen Gesamtverfassung es sich gerade befindet.
Eine wertschätzende, friedliche und gleichzeitig offene, ehrliche Kommunikation zwischen Eltern und Kollegium ist der Schlüssel dazu. Wie ist die Eltern-Kind-Beziehung? Gibt es aktuell wichtige Änderungen im privaten Umfeld? Wie ist der Gesundheitszustand des Kindes? Oder gar die Beziehung zwischen Eltern und Lehrkraft? Bestehen Fragen oder Wünsche? Alles ist willkommen – solange wir nicht grundsätzlich vor dem Kind in Frage gestellt werden. Ein von gegenseitigem Respekt geprägter Raum der Begegnung ist essentiell, in dem wir als Erwachsene als Vorbilder und nicht als Diener der Kinder auftreten.
Bedingungslose Liebe und Geduld für und Vertrauen in das eigene Kind sind für unseren Weg enorm wichtig. Denn Waldorfkinder lernen anders als Staatsschulkinder. Kurzfristige „Lernergebnisse“ sind nicht vergleichbar (bspw. mit denen der Nachbarskinder) aufgrund der völlig unterschiedlichen Konzepte, Schwerpunkte und Herangehensweisen.
Lassen wir die Kinder (in Freiheit) los!
Die Eltern wählen auf dem ersten Elternabend im neuen Schuljahr je 3 Klassenelternvertreter*innen, die
die Interessen der Elternschaft auf Schulebene vertreten und an den Gemeinsamen Konferenzen des Schulteams teilnehmen.
Die Schule ist an einer engen Zusammenarbeit mit den Eltern interessiert und braucht Ihr Engagement.
Deshalb hat die Schule ein hohes Interesse, auch darüber hinaus ideell und tatkräftig mitgetragen zu werden: Wir freuen uns, wenn möglichst viele Eltern Mitglied in unserer gemeinnützigen Trägergenossenschaft „Dorfschule Wismarer Land e.G.“ werden.
(Es fällt dafür eine einmalige Eintrittsgebühr von 50 € an und mindestens ein Genossenschaftsanteil von 200 €. Letzterer wird nach Austritt zurückgezahlt.)
Als Genossenschaftsmitglied bestimmt man die Richtung und den Haushalt der Schule mit und beeinflusst die Arbeit der Vorstandsmitglieder.
Es gibt darüber hinaus die Möglichkeit, die Schule finanziell zu unterstützen durch Darlehen oder Spende.
Ja! Seit April 2020 steht die Trägergenossenschaft im Grundbuch! Ein Kredit der GLS-Gemeinschaftsbank hat dies ermöglicht. Wir haben mit diesem Standort große Pläne! Auch hier sind die Eltern gefragt. Wir brauchen Bausachverständige, Visionär*innen und Ideengeber*innen, die Inhalt (Pädagogik) und Hülle (Schulgelände) weiterentwickeln wollen.
An dieser Stelle sei noch einmal explizit erwähnt: Auch über die nächsten Jahre hinweg werden immer wieder Bauphasen unseren Schulalltag „bereichern“. Dies muss gemeinsam getragen werden.
