Demeterhof Kahlenberg

Mehr als ein Bauernhof.

Hier laufen alle Fäden zusammen.

Wir, Clivia und Henry, haben den Betrieb „Gärtnerhof Himmel und Erde“ 2005 gegründet und wirtschaften seit 2015 als Solawi mit der „Gemüsegruppe Kahlenberg“. Auf dem Hof arbeiten außerdem zwei Teilzeitkräfte, eine Auszubildende sowie Praktikant*innen in der Saison mit. Die Mitglieder der Solawi helfen freiwillig nach Fähigkeiten und Möglichkeiten. Auch der Waldorfkindergarten befindet sich im Gutshaus.


Steckbrief Kahlenberg

Von Landwirtschaft und sozialer Verantwortung.

Alle Produkte des Hofes – Gemüse, Fleisch, Milchprodukte, aber auch Brennholz – werden an die Solawi abgegeben. Ca. 100 Haushalte sind hier Mitglied. Als Gegenleistung erhalten wir von den Mitgliedern Beiträge, mit denen sie Hof und Unterhalt finanzieren. Jedes Jahr im März findet eine entsprechende Bieterrunde statt: Es gibt einen Richtwert für einen Solawi-Anteil, doch am Ende greift das Solidarprinzip und jeder bietet nach eigenem Ermessen. Die Schule ist ebenfalls Mitglied der Solawi mit mehreren Anteilen.

Die Verbindung der landwirtschaftlichen Tätigkeit mit dem Sozialleben ist ein wesentlicher Teil unserer Arbeit. So arbeiten wir pädagogisch zusammen mit Kindergarten und Schule.

Die festen Termine mit den Kindergruppen geben unserem Arbeitstag nicht nur Struktur; wir verrichten dadurch bestimmte Arbeiten auch gründlicher. Weil wir für die Kinder eine Arbeit in kleinste Teilschritte zergliedern, nehmen wir den Blickwinkel der Kinder ein. Auf diese Weise weg von der „Betriebsblindheit“ zu kommen und wach zu bleiben, ist sehr wertvoll und augenöffnend für uns.

Außerdem haben wir dank der Kinder die Zukunft jeden Tag vor Augen. Wir arbeiten nicht isoliert vor uns hin, sondern bleiben mit der Welt und ihrer Entwicklung verbunden; dadurch gestalten wir diese auch aktiv mit. Dafür brauchen wir alle Ebenen.

Im Gegenzug holen auch wir die Kinder bei uns auf alle Ebenen für eine echte WinWin-Situation. Wir möchten ihre Aufmerksamkeit auf die vielen (Kompetenz)bereiche lenken, die für unseren Hof wichtig sind. Vor allem bauen die hiesigen Aktivitäten ihr Sozialverhalten aus und lassen die Erkenntnis wachsen, dass wir gemeinsam stark sind und niemand alles allein schaffen kann und muss.

Ein guter Nebeneffekt ist natürlich, dass die Kinder über viele Jahre einen tiefen Einblick in die Abläufe der Landwirtschaft bekommen und am Ende ziemlich gut Bescheid wissen, was wann warum gemacht wird.

Nicht zuletzt lernen die Kinder, wirklich gut Rad zu fahren, da sie mit diesem zu uns kommen, und bleiben auf diese Weise regelmäßig in Bewegung.

Wir produzieren nicht nur Lebensmittel, wir produzieren auch Zukunft.

In Kahlenberg ist jeder Tag ein Abenteuer und lädt zum Entdecken und Mitmachen ein.

Besondere Orte

Das neueste Gebäude auf dem Hof ist der Kuhstall. 5 Monate im Jahr ist dieser durch die Kühe belegt; in der warmen Jahreszeit wird er zum Ort für Veranstaltungen wie Workshops, Seminare oder Konzerte. Außerdem finden die Kinder, die auf dem Hof mitarbeiten, hier immer einen trockenen Platz zum Unterstellen und Rasten.

Als sozialer Treffpunkt in Kahlenberg gilt die Naturwerkstatt mit Pizzaofen.
Hier wird nicht nur öfter in verschiedenen Rahmen Pizza gebacken, sondern findet in den warmen Monaten auch einmal wöchentlich das Gemeinschaftscafé für Kindergarten- und Schulgemeinschaft sowie Solawi-Mitglieder statt. Auch interessierte Personen sind hier herzlich willkommen.

Veranstaltungen

Immer aktiv.

Auf dem Hof finden hin und wieder auch andere Veranstaltungen statt. So gab es in den letzten Jahren im Sommer ein großes, mehrtägiges Festival, das anfangs via Spenden und zuletzt durch Kulturförderprogramme finanziert wurde. 2025 feierten wir gebührend 10 Jahre Solawi.

Darüber hinaus nehmen wir an Bauerntreffen der demeter-Höfe in MV sowie regionalen Solawi-Netzwerktreffen teil; außerdem sind wir Teil des Forschungsprojekts [pane] der TU Berlin. Dies untersucht über fünf Jahre (2022-2027) die sozialen, ökologischen und ökonomischen Auswirkungen von Solawis als eine Form der partizipativen, nachhaltigen Lebensmittelerzeugung auf Gemeinden strukturschwacher Regionen.

Impressionen vom Solawi-Fest 2025